Der Roman, den ich mit einem Finger tippte
oder Das Jahr kann dann mal weg

Selbstverständlich gab es für meinen zweiten Roman einen Plan. Der erste, grob umrissene Entwurf stand im Spätsommer 2017, nachdem ich mich halbwegs von der Top-100-Platzierung meines Romandebüts „Ein Herz aus Marmelade“ bei Amazon erholt hatte. Mit allem hatte ich gerechnet, aber nicht mit solch einem Erfolg. Ich kenne Selfpublisher*innen, die über Wochen, teils über Monate mit einem oder gar mehreren Werken in den Bestsellern vertreten sind. Bei mir war es nur ein sehr kurzer Zeitraum, von dem ich aber bis heute zehre.

Nun, der neue Roman jedenfalls sollte spätestens im Herbst 2018 erscheinen. In der mir zur Verfügung stehenden Zeit wäre es absolut schaffbar gewesen. Einen Entwurf zu haben, das ist grundsätzlich ja schon mal gut. Jedenfalls ist es besser als nichts, und so schrieb ich ab Herbst 2017 die ersten Kapitel. Testweise, sozusagen. Korrigierte, fand alles blöd, überarbeitete den Plot, schrieb bis zum März dieses Jahres alles neu und kündigte meinen Testleser*innen das baldige Eintrudeln der Manuskript-Datei an.

Bis ich Blasen an den Händen bekam.

Das mag sich für Sie anhören wie ein Scherz. Es mag so klingen, als wöllte ich Ihnen damit symbolisieren, ich hätte zu viel und zu schnell getippt. Das alles trifft nicht zu. Es waren allerdings keine Blasen, sondern winzig kleine Bläschen, davon aber viele. Sehr, sehr viele. Sie breiteten sich beinahe über Nacht explosionsartig an den Innenflächen beider Hände aus, an allen Fingern, sie waren überall. Kleine, fiese, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, mit denen ich schon 2017 Bekanntschaft gemacht hatte. Es ist eine Symptomatik eines Handekzems mit dem herrlich nichtssagenden Namen „Dyshidrosis“. Googeln Sie das gerne, meinetwegen nutzen Sie die Bildersuche, und wenn Sie über eine robuste Ekelschwelle verfügen, dann werfen Sie mal einen vorsichtigen Blick auf die schwerste Form.

So sahen meine Flossen im Endstadium aus.

Der Verlauf war einigermaßen vorhersehbar. Dachte ich. Am Ende übertraf er alles, was ich in 2017 damit bereits erlebt hatte.
Diese Bläschen platzen irgendwann auf. Wenn sie das nicht von selbst tun, dann ist das so wie mit der Akne in der Pubertät: Obwohl man idealerweise die Finger davon lassen soll, beginnt man wie unter einem irren Zwang, die Bläschen zu öffnen. Entzündungen folgen, gepaart mit einem Juckreiz, der direkt aus der Hölle kommt. Irgendwann war es mir wirklich egal, ob ich mir beim Kratzen die Finger womöglich breche oder das Fleisch bis auf den Knochen wegschrubben muss, damit das aufhört. Die Kortisonsalbe, die mir meine inzwischen ehemalige Hautärztin, deren Support ein weeeeeenig zu wünschen übrigließ, anfangs verordnete, änderte übrigens nichts daran. Die Entzündungen blieben oder verhornten sich, irgendwann sahen meine Hände aus wie die eines 200 Jahre alten Reptils mit schlimmer Neurodermitis, Verhornungen rissen oder brachen auf und hinterließen tiefe, schmerzhafte, blutende Risse in der Haut.

Was auch immer ich anfasste, öffnen wollte, berührte, verursachte noch mehr Schmerzen und noch mehr Wunden, in denen reines Leitungswasser brannte wie purer Zitronensaft. Ich aß fast nichts mehr, konnte nicht mehr kochen, nicht mehr abwaschen, nicht mehr putzen und nur unter Qualen duschen. Trug rund um die Uhr Handschuhe, cremte pfundweise und ohne Erfolg. An Gartenarbeit war überhaupt nicht zu denken, ich konnte meine 17jährige Hündin nicht mehr streicheln, keinen Stift halten, nichts mehr. Tippen am PC funktionierte zeitweise maximal mit einem Finger.

Die zweiköpfige Family tat und half, wo und wie sie es konnte. Bevor die beiden frühmorgens zur Arbeit aufbrachen, öffneten sie mir das, was ich zum Überleben brauchte. Milchpackungen und Mineralwasserflaschen zum Beispiel. Joghurts. Spontaner Hunger auf ein Käsebrot? Na klar. Ich hatte ja Zeit, eine Viertelstunde damit zu verbringen, eine Käsepackung erst mal überhaupt zu öffnen und anschließend in Tränen auszubrechen.

Man kann eben nichts mit den Händen tun, ohne sie zu benutzen.

Und als wäre all das nicht genug gewesen: Eine leichte Irritation der Haut am Hals und an den Oberarmen, die durch eine Stunde bei Sonnenschein auf einer Terrasse entstanden war, meinte, sich an dem Fiasko beteiligten zu müssen und uferte fröhlich aus. Beide Arme schwollen an, wurden feuerrot und dermaßen heiß, dass ich locker ein Spiegelei darauf hätte braten können, hätte ich überhaupt mit den Händen ein Ei zerschlagen können. Die Röte wanderte mehr und mehr Richtung Unterarme und Handgelenke, bis sich auf beiden Seiten die Entzündungen von Händen und Armen beinahe knutschen konnten. Ich bekam Fröstelschübe und vielleicht war da erhöhte Temperatur.

Faszinierend, wie blass, still und hektisch meine Hautärztin wurde, als sie mich in diesem Zustand sah. Ab diesem Zeitpunkt gab es noch mehr Kortison, stärkeres Kortison, innen und außen natürlich, viel hilft viel, haha. Die Arme und der Hals besserten sich tatsächlich, waren aber durch das Kortison inzwischen so empfindlich geworden, dass ich in diesem unfassbar heißen, trockenen Mördersommer gezwungen war, immer mit Baumwollhandschuhen und drübergezogenen Lederhandschuhen rauszugehen, um mich beispielsweise nicht an der Hundeleine zu verletzen. Ich konnte mich draußen nur noch langärmlig aufhalten, sicherheitshalber auch nur in langen Hosen, idealerweise noch mit Kapuze auf dem Kopf. Sonnencreme mit den Händen aufzutragen schied als Option aus. Einen verträglichen Sunblocker zu finden, stellte mich vor das nächste Problem. Meine Haut wartete ja förmlich darauf, an gleicher oder anderer Stelle erneut zu eskalieren.

Die Einzige, die sich in diesem ganzen Elend pudelwohl fühlte, war diese olle Zicke, mit der ich seit so vielen Jahren mein Leben teile. Ihr Name ist rezidivierende Depression, sie feierte hämisch grinsend eine Party und suhlte sich in diesem Klima voller eh schon vorhandener Verzweiflung und Schmerzen und zwang mich endgültig in die Knie, sodass ich irgendwann einfach nur noch schlafen wollte, um nichts mehr spüren zu müssen.

Inzwischen besaß ich einen eigenen Schrank voller diverser Handcremes. Ich kaufte und bestellte alles, was mir irgendwie Hilfe suggerierte, beschäftigte mich mit nichts anderem mehr als mit diesem einen Thema. Manchmal sah es danach aus, als wäre sie endlich gefunden, DIE Wundercreme, DIE richtige Pflege, die aus dem, was von der Haut an meinen Händen übriggeblieben war, wieder etwas machte, mit dem ich zumindest jemandem die Hand geben konnte. Doch alle diese wunderbaren und wunderbar teuren Cremes streckten mir spätestens nach drei Tagen die Zunge raus. „Ätschbätsch! Ich habe keine Lust mehr! Such dir was anderes!“, schienen sie mir zurufen zu wollen, jede einzelne von ihnen, und so war es ja gut, dass sich zwischen den circa zwanzig Tuben im Schrank immer eine fand, die zum aktuellen Bedarfsstatus meiner Hände passte. Für die nächsten drei Tage.

„Ja, es sieht schon ganz gut aus, die Haut ist wohl noch sehr trocken. Aber wir arbeiten dran.“

WIR. ARBEITEN. Ein großartiger Satz meiner Hautärztin bei dem letzten Termin, den ich Ende Juni bei ihr wahrgenommen habe. Was damals hauptsächlich fehlte, war eben die ideale Pflege. Aber wie sah „die Lösung“ aus, mit der daran gearbeitet werden sollte? „Nehmen Sie das Kortison weiter wie bisher. Wenn Sie ein neues Rezept brauchen, dürfen Sie wiederkommen.“

Das war’s. In der darauffolgenden Woche saß ich in der Notfallsprechstunde eines anderen Hautarztes, der mich tatsächlich gerettet hat. Die Tabletten wurden innerhalb einer guten Woche ausschleichend abgesetzt, die starke, gel-artige Kortisoncreme durch eine leichtere, geschmeidigere ersetzt, ein neues Handbad verordnet, eine mir bis dahin unbekannte, hervorragende Repair-Creme empfohlen und ein mehrtägiger Allergietest angesetzt.
Es dauerte keine zehn Tage, bis ich endlich aufatmen konnte. Meine Hände begannen zu heilen. Langsam, aber sichtbar. Der Allergietest ergab eine Reaktion auf Kobalt, was im Grunde zu vernachlässigen ist. Es deutet allerdings auf eine allgemein hohe Empfindlichkeit hin. Mit zunehmendem Alter wird die Haut trockener und empfindlicher. Wahrscheinlich habe ich meinen Händen in den Wintermonaten vor dem ganzen Driss und nach dem Abklingen der Symptome in 2017 zu viel zugemutet und zu wenig Pflege gegönnt. Es dauert bis zu einem halben Jahr, bis sich die Haut nach einem akuten Schub regeneriert hat – und das hatte offensichtlich noch nicht geklappt.

Seit Anfang November 2018, also rund acht Monate nach Auftreten der ersten Symptome, sind meine Hände zu 90 Prozent stabil. Ich kann unter Einhaltung von Vorsichtsmaßnahmen fast alles wieder tun, ohne ständig Angst vor Schmerzen und Verletzungen haben zu müssen. Kleinere Rückschläge kommen vor, klar. Als meine uralte Hündin im November „beinahe“ Vergiftungserscheinungen (O-Ton Tierarzt) zeigte und so krank und schwach war, dass ich dachte, sie überlebt es nicht, tauchten prompt neue Bläschen auf. Stress ist ein zusätzlicher Risikofaktor. Glücklicherweise konnte ich dem Ekzem gleich im Anfangsstadium den Garaus machen, sogar kortisonfrei. Und meine Hündin ist inzwischen wieder topfit.

2019 wird mir das Finanzamt zum zweiten Mal eine nicht vorhandene Gewinnerzielungsabsicht unterstellen. Kein Wunder, war 2018 buchverkaufstechnisch gesehen und im Vergleich zum Vorjahr doch so mager wie ich selbst im Sommer. Die ABSICHT ist ja letztlich gar nicht die Frage, aber krankheitsbedingte Ausfallzeiten interessieren das Finanzamt wenig.

Der neue Roman wächst und gedeiht. Immerhin. Es fehlen noch einige Kapitel, zwischendurch überarbeite ich das, was bereits geschrieben ist. Es wird ein nachdenklicherer Roman als „Ein Herz aus Marmelade“ werden. Das war nicht unbedingt das Ziel, aber es wundert mich nicht, dass mir keine heitere Lovestory aus den maladen Fingern fließen wollte. Neben Köln spielt die Handlung unter anderem in Portugal und Brasilien. Wenn nichts dazwischenkommt, rechne ich mit einer Veröffentlichung im Frühling, was drollig wird, da der Roman mit einer mehr oder weniger weihnachtlichen Szene beginnt. Da kam mir im Zeitplan halt ein bisschen was dazwischen …

Haben Sie ein friedvolles Weihnachten und rutschen Sie ohne Blessuren ins neue Jahr.
Lieben Sie. Genießen Sie. Und passen Sie gut auf sich auf, was auch immer Sie tun.

Es grüßt Sie herzlichst
Ihre Heidi Hensges

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oder Das Jahr kann dann mal weg

Auf ein Neues.

Tja, da stehe ich nun und muss zugeben, dass ich die #SelfPubChallenge vor dem Ende abgebrochen habe. Wenigstens habe ich niemandem versprochen, bis Tag 31 durchzuhalten, und ich gebe es auch nicht kleinlaut zu, sondern in ganz normaler Lautstärke mit ganz normalem Tonfall. Es ist so, wie es ist.

Da waren ein paar Dinge, die dazu geführt haben, nicht vorhersehbare Dinge waren auch dabei. Weihnachten zum Beispiel. Kommt ja immer so furchtbar plötzlich, man muss auf einmal schrecklich viele Dinge noch erledigen, und meine Erkältung nahm das vorweihnachtliche Getue zum Anlass, sich bis zum 23. Dezember hochzuschrauben und ausgerechnet an Heiligabend mit großem TamTam zu eskalieren. So kann’s gehen.

Eine von massiver Müdigkeit begleitete Schreib- und Leseflaute rundete das ganze Spektakel bis zum Jahresende ab. Ehrlich gesagt habe ich das Gefühl, seit Wochen bis Monaten gar nicht richtig in Schwung zu kommen. Vermutlich fehlen Sonne und Wärme. Wir am Niederrhein frohlockten noch an Neujahr wegen eines ungewohnt blauen Himmels mit Sonnenschein, die Freude hätten wir uns sparen können. Seit dem 2. Januar schüttet und stürmt es unentwegt. Es ist dunkel. Finster. Trostlos ohne Ende, und da ich auch nur eine Frau mit Gefühlen bin, schlägt mir das massiv auf die Stimmung. So kann ich nicht arbeiten. Jedenfalls nicht effektiv.

Was 2018 außer Regen sonst noch passiert, dürfen Sie mich nicht fragen. Zwei persönliche Dinge gibt es allerdings, die  ganz oben auf einer imaginären Liste stehen: Die Fertigstellung und Veröffentlichung meines neuen Romans und die Tatsache, dass meine 17-jährige Hündin vielleicht kein Weihnachten mehr erleben wird.

Beides beschäftigt mich sehr. Täglich. Stündlich.

 

Ich wünsche Ihnen ein Jahr voller Gesundheit, schöner Momente, Liebe, Spaß und Erfolg. Packen Sie einfach all das zu den Wünschen, was Sie sich selbst wünschen. Sie müssen es mir auch nicht verraten.

 

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Die #SelfPubChallenge – Tag 13

„Das erste Indie-Buch, das du je gelesen hast“

Das war „Soap“ von Michael Meisheit, und das kam so:

Michael hatte 2012 (Kinder, wie die Zeit vergeht!) auf Twitter von seinem ersten Roman berichtet, und da ich erstens die Story interessant fand und zweitens unbedingt sehen wollte, welche Qualität das damals bei CreateSpace gedruckte Taschenbuch hatte, bestellte ich es prompt. In Soap erzählt Michael Meisheit eine Geschichte über Lukas,  einen Filmstudenten und Serienautor – was ein Thema ist, mit dem er sich bestens auskennt, da er viele Jahre lang Drehbücher unter anderem für die Lindenstraße geschrieben hat.

Die Story ist rasant, unterhaltend und abwechslungsreich, gewährt Einblicke in die Seifenoper-Branche und lässt sich geschmeidig lesen. Michael Meisheit, inzwischen ist er ein höchst erfolgreicher Bestseller-Autor und veröffentlicht seine Romane unter dem Pseudonym „Vanessa Mansini“, bewies bereits mit seinem Erstling den Blick fürs Detail, eine hervorragende Beobachtungsgabe und einen grandiosen Humor.

Mit dem Lesen dieses Romans war die Soap-Oper  allerdings noch lange nicht zu Ende. Im Rahmen eines Wettbewerbs habe ich doch tatsächlich ein Lektorat bei Michael Meisheit gewonnen. Für „Ein Herz aus Marmelade“ habe ich noch darauf verzichtet, aber wer weiß, was beim nächsten oder übernächsten Roman passiert. Ich muss ihn unbedingt mal fragen, ob der Preis irgendwann verfällt 😉

Die Teilnahme am Wettbewerb habe ich damals im Blog dokumentiert, und natürlich hat auch Michael Meisheit darüber berichtet.

Schauen Sie mal hier:

http://heidihensges.de/soap-von-michael-meisheit/

… und hier:

http://heidihensges.de/vier-frauen-und-ein-meisheit/

… und hier:

http://michaelmeisheit.de/2013/03/24/gewinne-einen-autor-die-einreichungen/

… und hier:

http://michaelmeisheit.de/2013/03/25/gewinne-einen-autor-die-finalisten/

 

 

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Die #SelfPubChallenge – Tag 12

„Ein Zitat aus deiner aktuellen Lektüre“

Hm. Etwas in mir hat kein gutes Gefühl dabei, auf meiner Website aus einem Buch zu zitieren. Vielleicht fände ich das selbst auch nicht so super, ginge es um ein Zitat aus einem meiner Texte. Stattdessen schauen Sie doch einfach mal auf Patrick Schnalzers Website, was für unterschiedliche Bücher er schon veröffentlicht hat 🙂

www.patrickschnalzer.com/buecher

 

 

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Die #SelfPubChallenge – Tag 10 und Tag 11

Da ich gestern Abend doch noch zu matt für alles war, wird der Tag 10 heute nachgeholt. Es ist auch nur eine ganz kurze Frage mit einer kurzen Antwort:

Tag 10: Dein aktueller Lesestatus

Nun, der liegt leider erst bei 30 Prozent. Unter Umständen werde ich den zweiten Roman, den ich mir vorgenommen habe („Das Kreischen der Möwen“ von Marion Krafzik) im Dezember nicht mehr schaffen. Mal sehen.

 

Tag 11: Welches Debüt von welchem Selfpublisher hat dich am meisten überzeugt?

Da gibt es zwei, die mir spontan einfallen:

„Bauernhochzeit“ (Ein Fall für Leo und Samson 1) von Alexander Huberth

Eine herrlich lustige Krimikomödie, die alles hat, was ein Mensch zur kurzweiligen Unterhaltung braucht: Spannung, Action, Humor, Liebe, Romantik, einen Schuss Erotik und originelle Protagonisten. Und natürlich den Hund Samson 🙂

„Ersticktes Matt“ (Floodlands 1) von Nina C. Hasse

Ein „Steampunk-Krimi“. Ja, so habe ich anfangs auch geguckt. Steampunk war bis dahin aus meiner Sicht nur etwas für Nerds, was allerdings nicht stimmt. Jedenfalls trifft es auf „Ersticktes Matt“ in keinster Weise zu. Nina C. Hasse hat es nicht nur geschafft, einen hervorragend geschriebenen, klassischen Krimi mit Sherlock-Holmes-Atmosphäre zu erschaffen. Sie führt ihre Leser*innen auch noch so behutsam an das Steampunk-Thema heran, dass  keine Fragen offen bleiben, sondern (zumindest in meinem Fall) Interesse geweckt wird, sich mehr damit zu beschäftigen. Und vor allem: sich auf den nächsten Floodlands-Roman zu freuen.

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Die #SelfPubChallenge – Tage 5, 6, 7, 8 und 9

Nein, ich war nicht zu faul. Tag 5 habe ich nur auf Twitter gepostet und an den anderen  Tagen hatte mich meine Erkältung voll im Griff. Deshalb hole ich jetzt einfach alles auf einmal nach und verrate Ihnen ganz nebenbei noch einen Geheimtipp für Fans von Gedichten.

Damit Sie überhaupt wissen, wie die einzelnen Aufgaben der #SelfPubChallenge lauten, hier die Grafik dazu:

Tag 5: Zeit für ein Bild mit deiner Lektüre!

Ähm, ja. Es gibt keins. Ich bin alles Mögliche, aber keine leidenschaftliche Fotografin. Es tut mir wirklich leid. Aber sehen Sie sich einfach noch einmal hier das Cover von „Veggie-Burger mit Speck“ auf Amazon an 🙂

 

Tag 6: Welchem Genre lässt sich deine aktuelle Lektüre zuordnen?

Humor! Eindeutig!

 

Tag 7: Deine liebste Indie-Autorin / dein liebster Indie-Autor

Da gibt es mehrere, drum mag ich mich gar nicht festlegen.
Im Grunde sind es die schon in den anderen Posts zur #SelfPubChallenge erwähnten

  • Mila Olsen (wobei ich ihre Fantasy-Romane nicht gelesen habe, es ist einfach nicht mein Genre)
  • Elisabeth Freundlinger
  • Patrick Schnalzer
  • Marion Schreiner
  • Hinzufügen möchte ich noch Emma Wagner. Sie schreibt vorzugsweise romantische Komödien, aber vor allem ihre beiden Romane „Du. Für immer.“ und „Wir. Für immer.“ haben mich wirklich sehr angesprochen. Hier geht sie mehr in die Tiefe, schreibt nachdenklicher und ernsthafter, und dieser Stil steht ihr ausnehmend gut.

 

Tag 8: Dein Lieblingsbuch aus dem Selbstverlag

Es ist der erste Gedichtband einer lieben Freundin. Sie ist 60, Lehrerin und eine sehr kluge und witzige Frau. Seit Ewigkeiten schreibt sie Gedichte, und zwar solche, die genau meinen Geschmack treffen. Komplizierte Lyrik ohne Reime liegt mir nicht so. Das, was die Heike reimt (und zwar perfekt!), allerdings schon. Aufgrund ihrer Vielseitigkeit, ihrer Lebenserfahrung und ihres trockenen Humors sind ihre Gedichte abwechslungsreich und kurzweilig. Lustig, bissig, spritzig, spitz, unterhaltend, sozialkritisch, politisch und immer mit einer deftigen Pointe versehen, ist ihr Buch mit dem Titel „Heitere Resignation“ ein echter Schatz. Immer wieder nehme ich ihn hervor, um darin zu lesen und zu stöbern.

Ja, und das ist mein angekündigter Geheimtipp für Sie, und zwar nicht nur zu Weihnachten!
„Heitere Resignation“ von Heike Dahlmanns. Sie werden es lieben!

 

Tag 9: Welches war das letzte Indie-Buch, das du gelesen hast?

Kein Himmel ohne Sterne“ von Michelle Schrenk.

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Die #SelfPubChallenge – Tag 4

„Dein Selfpublisher-Highlight 2017“

Der beeindruckenste Roman, den ich 2017 gelesen habe, ist Ende 2016 erschienen und insofern machen die paar Wochen ja keinen Unterschied 😉

Der Titel: Entführt – Bis in die dunkelste Nacht (Louisa & Brendan 2)
Die Autorin: Mila Olsen

Mila Olsen schrieb früher als Uta Maier Fantasy-Romane. Entführt – Bis in die dunkelste Nacht ist ein eigenständiger Roman, jedoch quasi der zweite Teil einer Dilogie, wobei im Grunde genommen nichts anderes passiert als in Entführt – Bis du mich liebst, dem ersten Teil.

Diesen ersten Teil entdeckte ich rein zufällig durch eine Preisaktion. Als ich die Buchbeschreibung dachte ich, das könnte wirklich nichts für mich sein. Es erschien mir zu schräg und völlig unrealistisch, was ich da las:

Nichts hasst Louisa mehr, als das Leben in dem winzigen Kaff Ash Springs, mitten in der Wüste Nevadas. Sie sehnt sich nach Spaß und Abenteuer. Als sie in den Ferien mit ihren vier Brüdern zum Campen in den Sequoia Nationalpark muss, trifft sie auf den geheimnisvollen Brendan. Ihr Schicksal nimmt eine dramatische Wende, denn Brendan ist keinesfalls zufällig am selben Ort. Akribisch hat er jeden Schritt von Louisas Entführung geplant. Er verschleppt sie in die Einsamkeit Kanadas, an einen Ort, an dem es nur Fichten, blauen Himmel, Wölfe und Hermeline gibt. Er sagt, sie wäre sein Licht in der Dunkelheit. Für Louisa beginnt eine Zeit voller Angst und Verzweiflung, in der sie immer mehr mit Brendans traumatischer Vergangenheit konfrontiert wird. Schon bald ist er für sie viel mehr als nur ihr Entführer. Mitgefühl, Zuneigung und Abhängigkeit vermischen sich und stürzen Louisa in ein tiefes Gefühlschaos. Vor allem zwei Fragen gewinnen immer mehr an Bedeutung: Darf man seinen Entführer lieben? Und wie gefährlich ist Brendan wirklich?

Stockholm-Syndrom? Abgedrehte Love-Story? Ist Louisa ein „kleines Mäuschen“, das ihrem Entführer nachgibt, um Ruhe zu haben? All das gefiel mir überhaupt nicht. Man bedenke, dass ich #50plus bin, allerdings habe ich auch schon mit großer Begeisterung Romane von Colleen Hover gelesen, deren Zielgruppe ebenfalls wesentlich jünger ist.

Die Leseprobe dieses ersten Teils um Louisa und Brendan nahm mich mehr gefangen, als ich erwartet hatte. Also griff ich zu und wurde dermaßen intensiv in eine Geschichte hineingezogen, wie es selten passiert.

Teil 1 ist aus Louisas Sicht erzählt, Teil 2 aus Brendans. Eine Freundin von Mila Olsen hat ihr dazu geraten, diesen zweiten Teil zu schreiben, und ich danke dieser Freundin an dieser Stelle dafür. Teil 2 hat mich fast noch mehr berührt als Teil 1. Auch wenn es rein prinzipiell die gleiche Story ist, erfährt man so viel Neues aus Brendans Gefühlsleben, sieht so viel mit anderen Augen und leidet, fiebert und weint auf ein Neues mit Louisa und Brendan mit. Es gibt in Teil 2 eine Szene an einem Fluss, die ich gerade jetzt, wo ich mich daran erinnere, noch einmal durchlebe. Fast gruselig ist das, und es ist bleibt wohl auf ewig ein Rätsel, wie es eine Autorin schaffen kann, mit einer solch bildhaften Sprache und emotionalen Wucht zu schreiben, ohne nicht dabei selbst durchzudrehen.

Eines Tages werde ich beide Teile noch einmal lesen, und zwar parallel. Jede Szene aus beiden Perspektiven.

Chapeau. Applaus. Ich verneige mich vor dieser Autorin.

 

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Die #SelfPubChallenge – Tag 3

„Wie bist du auf deine aktuelle Lektüre aufmerksam geworden?“

Indem ich nachgeschaut habe, ob Patrick Schnalzer inzwischen wieder etwas Neues veröffentlicht hat.

Das ist so ein Thema, das mich wurmt. Ich folge vielen Autor*innen auf Amazon, damit ich Mails erhalte, wenn es ein neues Buch von ihnen gibt. Leider dauert das mit den Mails. Teilweise Wochen, zumindest kommt mir das so vor. Besonders problematisch ist das für Autor*innen, die nicht auf der Mainstream-Welle mitschwimmen und deshalb selten oder gar nie unter den Top 100 oder den Aufsteigern des Tages zu finden sind. Für die Aufsteiger des Tages muss man mindestens unter den Top 400 gelistet sein.

Das ist beispielsweise auch bei der von mir sehr geschätzten und gerne gelesenen Autorin Elisabeth Freundlinger so. Sie hat mittlerweile 25 Romane veröffentlicht, gehört aber trotzdem nicht zu den Top-Autorinnen, weshalb auch immer. Viele SelfpublisherInnen werden entweder völlig verkannt oder gehen einfach deswegen unter, weil sie vielleicht kaum Werbung schalten. Oder sie sind weniger in sozialen Netzwerken unterwegs, haben keine Testleser*innen, die direkt nach einer Veröffentlichung Rezensionen schreiben,  veranstalten keine Leserunden, ach, da gibt es so viele Gründe. Es ist auf jeden Fall richtig, richtig schade, dass sie mehr am Rand sind statt mittendrin.

Um so besser, dass es die #SelfPubChallenge gibt, in der wir auf solche Autor*innen aufmerksam machen können.

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Die #SelfPubChallenge – Tag 2

„Wie gefällt dir deine aktuelle Lektüre bisher?“

Kurz zur Erinnerung: Das erste Buch, das ich im Rahmen der #SelfPubChallenge lese, ist „Veggie-Burger mit Speck“ von Patrick Schnalzer.

Die grobe Rahmenhandlung:
Tim Schimmel, Sohn eines Metzgers und maßloser Fleischesser aus Leidenschaft, verliebt sich. Und zwar ausgerechnet in eine Vegetarierin! Um ihr Herz zu erobern, hat er sich selbst eine schwer zu bewältigende Aufgabe gestellt: Er verzichtet auf seine Lieblingsspeise. Keine Wurst und kein Schnitzel, kein noch so knuspriges Brathähnchen sollen ihm auf dem Weg zur großen Liebe in die Quere kommen. Die ganze Sache läuft allerdings nicht so rund, wie Tim es gerne hätte, und wie zur Strafe mogelt sich auch noch ein Rivale zwischen ihn und seine Angebetete.

Beim Lesen bin ich leider seit gestern aus Zeitmangel noch nicht sehr weit gekommen. Aber Patrick Schnalzer schreibt so locker flockig, dass der Roman von Anfang an ein pures Vergnügen war. Mit Dauergrinsen blättere wische ich von Seite zu Seite zu Seite, und einmal wieder bin ich froh, einen Kindle-Reader zu besitzen, mit dem ich überall ganz einfach in die Geschichte einsteigen kann. Zum Beispiel beim Frühstück mit Salami auf dem Brötchen, ohne mir Sorgen machen zu müssen, dass plötzlich Kaffee- und Fettflecken auf dem Papier sind.

Nachher geht’s auf jeden Fall richtig gemütlich aufs Sofa zum Weiterlesen 🙂

 

 

 

 

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Die #SelfPubChallenge – Tag 1

„Welche Bücher von welchen Autoren hast du dir diesen Monat vorgenommen?“

So lautet die erste von 31 Aufgaben der heute beginnenden #SelfPubChallenge. Das mit dem Vornehmen ist bei mir ja immer so eine Sache (siehe den Beitrag „Von Schildkröten und Hasen“). Außerdem gehöre ich nicht zu den Schnellleserinnen und es ist Adventszeit, da müssen noch ein paar Geschenke gehäkelt werden. Aber meine Motivation ist hoch, diese beiden Selfpublishing-eBooks bis Ende Dezember vollständig zu lesen:

  1. „Veggie-Burger mit Speck“ von Patrick Schnalzer
  2. „Das Kreischen der Möwen“ von Marion Krafzik

Ich werde mit Patrick Schnalzers Roman anfangen, der übrigens seine neueste Veröffentlichung ist. Mir ist bei dem fiesen Wetter, das uns derzeit am Niederrhein plagt, nach etwas richtig Lustigem. Und da mir Patricks Roman „Running Queen“ noch in allerbester Erinnerung ist (verfilmenswert!), verspreche ich mir tolle Unterhaltung.
Patrick Schnalzer ist ein schreibendes Allround-Talent und legt sich auf kein Genre fest.

Von Marion Krafzik habe ich bis jetzt noch nichts gelesen. Das Cover und die Buchbeschreibung von „Das Kreischen der Möwen“ haben mich bereits vor längerer Zeit neugierig gemacht.  Die Challenge ist die beste Gelegenheit, den Roman aus der Warteschlange auf dem Kindle zu erlösen.
Wenn ich mir die Amazon-Rezensionen so ansehe, erwartet mich ein unblutiger Gänsehaut-Psychothriller.

Bis morgen!

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