Die #SelfPubChallenge – Tag 13

„Das erste Indie-Buch, das du je gelesen hast“

Das war „Soap“ von Michael Meisheit, und das kam so:

Michael hatte 2012 (Kinder, wie die Zeit vergeht!) auf Twitter von seinem ersten Roman berichtet, und da ich erstens die Story interessant fand und zweitens unbedingt sehen wollte, welche Qualität das damals bei CreateSpace gedruckte Taschenbuch hatte, bestellte ich es prompt. In Soap erzählt Michael Meisheit eine Geschichte über Lukas,  einen Filmstudenten und Serienautor – was ein Thema ist, mit dem er sich bestens auskennt, da er viele Jahre lang Drehbücher unter anderem für die Lindenstraße geschrieben hat.

Die Story ist rasant, unterhaltend und abwechslungsreich, gewährt Einblicke in die Seifenoper-Branche und lässt sich geschmeidig lesen. Michael Meisheit, inzwischen ist er ein höchst erfolgreicher Bestseller-Autor und veröffentlicht seine Romane unter dem Pseudonym „Vanessa Mansini“, bewies bereits mit seinem Erstling den Blick fürs Detail, eine hervorragende Beobachtungsgabe und einen grandiosen Humor.

Mit dem Lesen dieses Romans war die Soap-Oper  allerdings noch lange nicht zu Ende. Im Rahmen eines Wettbewerbs habe ich doch tatsächlich ein Lektorat bei Michael Meisheit gewonnen. Für „Ein Herz aus Marmelade“ habe ich noch darauf verzichtet, aber wer weiß, was beim nächsten oder übernächsten Roman passiert. Ich muss ihn unbedingt mal fragen, ob der Preis irgendwann verfällt 😉

Die Teilnahme am Wettbewerb habe ich damals im Blog dokumentiert, und natürlich hat auch Michael Meisheit darüber berichtet.

Schauen Sie mal hier:

http://heidihensges.de/soap-von-michael-meisheit/

… und hier:

http://heidihensges.de/vier-frauen-und-ein-meisheit/

… und hier:

http://michaelmeisheit.de/2013/03/24/gewinne-einen-autor-die-einreichungen/

… und hier:

http://michaelmeisheit.de/2013/03/25/gewinne-einen-autor-die-finalisten/

 

 

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Die #SelfPubChallenge – Tag 12

„Ein Zitat aus deiner aktuellen Lektüre“

Hm. Etwas in mir hat kein gutes Gefühl dabei, auf meiner Website aus einem Buch zu zitieren. Vielleicht fände ich das selbst auch nicht so super, ginge es um ein Zitat aus einem meiner Texte. Stattdessen schauen Sie doch einfach mal auf Patrick Schnalzers Website, was für unterschiedliche Bücher er schon veröffentlicht hat 🙂

www.patrickschnalzer.com/buecher

 

 

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Die #SelfPubChallenge – Tag 10 und Tag 11

Da ich gestern Abend doch noch zu matt für alles war, wird der Tag 10 heute nachgeholt. Es ist auch nur eine ganz kurze Frage mit einer kurzen Antwort:

Tag 10: Dein aktueller Lesestatus

Nun, der liegt leider erst bei 30 Prozent. Unter Umständen werde ich den zweiten Roman, den ich mir vorgenommen habe („Das Kreischen der Möwen“ von Marion Krafzik) im Dezember nicht mehr schaffen. Mal sehen.

 

Tag 11: Welches Debüt von welchem Selfpublisher hat dich am meisten überzeugt?

Da gibt es zwei, die mir spontan einfallen:

„Bauernhochzeit“ (Ein Fall für Leo und Samson 1) von Alexander Huberth

Eine herrlich lustige Krimikomödie, die alles hat, was ein Mensch zur kurzweiligen Unterhaltung braucht: Spannung, Action, Humor, Liebe, Romantik, einen Schuss Erotik und originelle Protagonisten. Und natürlich den Hund Samson 🙂

„Ersticktes Matt“ (Floodlands 1) von Nina C. Hasse

Ein „Steampunk-Krimi“. Ja, so habe ich anfangs auch geguckt. Steampunk war bis dahin aus meiner Sicht nur etwas für Nerds, was allerdings nicht stimmt. Jedenfalls trifft es auf „Ersticktes Matt“ in keinster Weise zu. Nina C. Hasse hat es nicht nur geschafft, einen hervorragend geschriebenen, klassischen Krimi mit Sherlock-Holmes-Atmosphäre zu erschaffen. Sie führt ihre Leser*innen auch noch so behutsam an das Steampunk-Thema heran, dass  keine Fragen offen bleiben, sondern (zumindest in meinem Fall) Interesse geweckt wird, sich mehr damit zu beschäftigen. Und vor allem: sich auf den nächsten Floodlands-Roman zu freuen.

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Die #SelfPubChallenge – Tage 5, 6, 7, 8 und 9

Nein, ich war nicht zu faul. Tag 5 habe ich nur auf Twitter gepostet und an den anderen  Tagen hatte mich meine Erkältung voll im Griff. Deshalb hole ich jetzt einfach alles auf einmal nach und verrate Ihnen ganz nebenbei noch einen Geheimtipp für Fans von Gedichten.

Damit Sie überhaupt wissen, wie die einzelnen Aufgaben der #SelfPubChallenge lauten, hier die Grafik dazu:

Tag 5: Zeit für ein Bild mit deiner Lektüre!

Ähm, ja. Es gibt keins. Ich bin alles Mögliche, aber keine leidenschaftliche Fotografin. Es tut mir wirklich leid. Aber sehen Sie sich einfach noch einmal hier das Cover von „Veggie-Burger mit Speck“ auf Amazon an 🙂

 

Tag 6: Welchem Genre lässt sich deine aktuelle Lektüre zuordnen?

Humor! Eindeutig!

 

Tag 7: Deine liebste Indie-Autorin / dein liebster Indie-Autor

Da gibt es mehrere, drum mag ich mich gar nicht festlegen.
Im Grunde sind es die schon in den anderen Posts zur #SelfPubChallenge erwähnten

  • Mila Olsen (wobei ich ihre Fantasy-Romane nicht gelesen habe, es ist einfach nicht mein Genre)
  • Elisabeth Freundlinger
  • Patrick Schnalzer
  • Marion Schreiner
  • Hinzufügen möchte ich noch Emma Wagner. Sie schreibt vorzugsweise romantische Komödien, aber vor allem ihre beiden Romane „Du. Für immer.“ und „Wir. Für immer.“ haben mich wirklich sehr angesprochen. Hier geht sie mehr in die Tiefe, schreibt nachdenklicher und ernsthafter, und dieser Stil steht ihr ausnehmend gut.

 

Tag 8: Dein Lieblingsbuch aus dem Selbstverlag

Es ist der erste Gedichtband einer lieben Freundin. Sie ist 60, Lehrerin und eine sehr kluge und witzige Frau. Seit Ewigkeiten schreibt sie Gedichte, und zwar solche, die genau meinen Geschmack treffen. Komplizierte Lyrik ohne Reime liegt mir nicht so. Das, was die Heike reimt (und zwar perfekt!), allerdings schon. Aufgrund ihrer Vielseitigkeit, ihrer Lebenserfahrung und ihres trockenen Humors sind ihre Gedichte abwechslungsreich und kurzweilig. Lustig, bissig, spritzig, spitz, unterhaltend, sozialkritisch, politisch und immer mit einer deftigen Pointe versehen, ist ihr Buch mit dem Titel „Heitere Resignation“ ein echter Schatz. Immer wieder nehme ich ihn hervor, um darin zu lesen und zu stöbern.

Ja, und das ist mein angekündigter Geheimtipp für Sie, und zwar nicht nur zu Weihnachten!
„Heitere Resignation“ von Heike Dahlmanns. Sie werden es lieben!

 

Tag 9: Welches war das letzte Indie-Buch, das du gelesen hast?

Kein Himmel ohne Sterne“ von Michelle Schrenk.

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Die #SelfPubChallenge – Tag 4

„Dein Selfpublisher-Highlight 2017“

Der beeindruckenste Roman, den ich 2017 gelesen habe, ist Ende 2016 erschienen und insofern machen die paar Wochen ja keinen Unterschied 😉

Der Titel: Entführt – Bis in die dunkelste Nacht (Louisa & Brendan 2)
Die Autorin: Mila Olsen

Mila Olsen schrieb früher als Uta Maier Fantasy-Romane. Entführt – Bis in die dunkelste Nacht ist ein eigenständiger Roman, jedoch quasi der zweite Teil einer Dilogie, wobei im Grunde genommen nichts anderes passiert als in Entführt – Bis du mich liebst, dem ersten Teil.

Diesen ersten Teil entdeckte ich rein zufällig durch eine Preisaktion. Als ich die Buchbeschreibung dachte ich, das könnte wirklich nichts für mich sein. Es erschien mir zu schräg und völlig unrealistisch, was ich da las:

Nichts hasst Louisa mehr, als das Leben in dem winzigen Kaff Ash Springs, mitten in der Wüste Nevadas. Sie sehnt sich nach Spaß und Abenteuer. Als sie in den Ferien mit ihren vier Brüdern zum Campen in den Sequoia Nationalpark muss, trifft sie auf den geheimnisvollen Brendan. Ihr Schicksal nimmt eine dramatische Wende, denn Brendan ist keinesfalls zufällig am selben Ort. Akribisch hat er jeden Schritt von Louisas Entführung geplant. Er verschleppt sie in die Einsamkeit Kanadas, an einen Ort, an dem es nur Fichten, blauen Himmel, Wölfe und Hermeline gibt. Er sagt, sie wäre sein Licht in der Dunkelheit. Für Louisa beginnt eine Zeit voller Angst und Verzweiflung, in der sie immer mehr mit Brendans traumatischer Vergangenheit konfrontiert wird. Schon bald ist er für sie viel mehr als nur ihr Entführer. Mitgefühl, Zuneigung und Abhängigkeit vermischen sich und stürzen Louisa in ein tiefes Gefühlschaos. Vor allem zwei Fragen gewinnen immer mehr an Bedeutung: Darf man seinen Entführer lieben? Und wie gefährlich ist Brendan wirklich?

Stockholm-Syndrom? Abgedrehte Love-Story? Ist Louisa ein „kleines Mäuschen“, das ihrem Entführer nachgibt, um Ruhe zu haben? All das gefiel mir überhaupt nicht. Man bedenke, dass ich #50plus bin, allerdings habe ich auch schon mit großer Begeisterung Romane von Colleen Hover gelesen, deren Zielgruppe ebenfalls wesentlich jünger ist.

Die Leseprobe dieses ersten Teils um Louisa und Brendan nahm mich mehr gefangen, als ich erwartet hatte. Also griff ich zu und wurde dermaßen intensiv in eine Geschichte hineingezogen, wie es selten passiert.

Teil 1 ist aus Louisas Sicht erzählt, Teil 2 aus Brendans. Eine Freundin von Mila Olsen hat ihr dazu geraten, diesen zweiten Teil zu schreiben, und ich danke dieser Freundin an dieser Stelle dafür. Teil 2 hat mich fast noch mehr berührt als Teil 1. Auch wenn es rein prinzipiell die gleiche Story ist, erfährt man so viel Neues aus Brendans Gefühlsleben, sieht so viel mit anderen Augen und leidet, fiebert und weint auf ein Neues mit Louisa und Brendan mit. Es gibt in Teil 2 eine Szene an einem Fluss, die ich gerade jetzt, wo ich mich daran erinnere, noch einmal durchlebe. Fast gruselig ist das, und es ist bleibt wohl auf ewig ein Rätsel, wie es eine Autorin schaffen kann, mit einer solch bildhaften Sprache und emotionalen Wucht zu schreiben, ohne nicht dabei selbst durchzudrehen.

Eines Tages werde ich beide Teile noch einmal lesen, und zwar parallel. Jede Szene aus beiden Perspektiven.

Chapeau. Applaus. Ich verneige mich vor dieser Autorin.

 

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Die #SelfPubChallenge – Tag 3

„Wie bist du auf deine aktuelle Lektüre aufmerksam geworden?“

Indem ich nachgeschaut habe, ob Patrick Schnalzer inzwischen wieder etwas Neues veröffentlicht hat.

Das ist so ein Thema, das mich wurmt. Ich folge vielen Autor*innen auf Amazon, damit ich Mails erhalte, wenn es ein neues Buch von ihnen gibt. Leider dauert das mit den Mails. Teilweise Wochen, zumindest kommt mir das so vor. Besonders problematisch ist das für Autor*innen, die nicht auf der Mainstream-Welle mitschwimmen und deshalb selten oder gar nie unter den Top 100 oder den Aufsteigern des Tages zu finden sind. Für die Aufsteiger des Tages muss man mindestens unter den Top 400 gelistet sein.

Das ist beispielsweise auch bei der von mir sehr geschätzten und gerne gelesenen Autorin Elisabeth Freundlinger so. Sie hat mittlerweile 25 Romane veröffentlicht, gehört aber trotzdem nicht zu den Top-Autorinnen, weshalb auch immer. Viele SelfpublisherInnen werden entweder völlig verkannt oder gehen einfach deswegen unter, weil sie vielleicht kaum Werbung schalten. Oder sie sind weniger in sozialen Netzwerken unterwegs, haben keine Testleser*innen, die direkt nach einer Veröffentlichung Rezensionen schreiben,  veranstalten keine Leserunden, ach, da gibt es so viele Gründe. Es ist auf jeden Fall richtig, richtig schade, dass sie mehr am Rand sind statt mittendrin.

Um so besser, dass es die #SelfPubChallenge gibt, in der wir auf solche Autor*innen aufmerksam machen können.

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Die #SelfPubChallenge – Tag 2

„Wie gefällt dir deine aktuelle Lektüre bisher?“

Kurz zur Erinnerung: Das erste Buch, das ich im Rahmen der #SelfPubChallenge lese, ist „Veggie-Burger mit Speck“ von Patrick Schnalzer.

Die grobe Rahmenhandlung:
Tim Schimmel, Sohn eines Metzgers und maßloser Fleischesser aus Leidenschaft, verliebt sich. Und zwar ausgerechnet in eine Vegetarierin! Um ihr Herz zu erobern, hat er sich selbst eine schwer zu bewältigende Aufgabe gestellt: Er verzichtet auf seine Lieblingsspeise. Keine Wurst und kein Schnitzel, kein noch so knuspriges Brathähnchen sollen ihm auf dem Weg zur großen Liebe in die Quere kommen. Die ganze Sache läuft allerdings nicht so rund, wie Tim es gerne hätte, und wie zur Strafe mogelt sich auch noch ein Rivale zwischen ihn und seine Angebetete.

Beim Lesen bin ich leider seit gestern aus Zeitmangel noch nicht sehr weit gekommen. Aber Patrick Schnalzer schreibt so locker flockig, dass der Roman von Anfang an ein pures Vergnügen war. Mit Dauergrinsen blättere wische ich von Seite zu Seite zu Seite, und einmal wieder bin ich froh, einen Kindle-Reader zu besitzen, mit dem ich überall ganz einfach in die Geschichte einsteigen kann. Zum Beispiel beim Frühstück mit Salami auf dem Brötchen, ohne mir Sorgen machen zu müssen, dass plötzlich Kaffee- und Fettflecken auf dem Papier sind.

Nachher geht’s auf jeden Fall richtig gemütlich aufs Sofa zum Weiterlesen 🙂

 

 

 

 

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Die #SelfPubChallenge – Tag 1

„Welche Bücher von welchen Autoren hast du dir diesen Monat vorgenommen?“

So lautet die erste von 31 Aufgaben der heute beginnenden #SelfPubChallenge. Das mit dem Vornehmen ist bei mir ja immer so eine Sache (siehe den Beitrag „Von Schildkröten und Hasen“). Außerdem gehöre ich nicht zu den Schnellleserinnen und es ist Adventszeit, da müssen noch ein paar Geschenke gehäkelt werden. Aber meine Motivation ist hoch, diese beiden Selfpublishing-eBooks bis Ende Dezember vollständig zu lesen:

  1. „Veggie-Burger mit Speck“ von Patrick Schnalzer
  2. „Das Kreischen der Möwen“ von Marion Krafzik

Ich werde mit Patrick Schnalzers Roman anfangen, der übrigens seine neueste Veröffentlichung ist. Mir ist bei dem fiesen Wetter, das uns derzeit am Niederrhein plagt, nach etwas richtig Lustigem. Und da mir Patricks Roman „Running Queen“ noch in allerbester Erinnerung ist (verfilmenswert!), verspreche ich mir tolle Unterhaltung.
Patrick Schnalzer ist ein schreibendes Allround-Talent und legt sich auf kein Genre fest.

Von Marion Krafzik habe ich bis jetzt noch nichts gelesen. Das Cover und die Buchbeschreibung von „Das Kreischen der Möwen“ haben mich bereits vor längerer Zeit neugierig gemacht.  Die Challenge ist die beste Gelegenheit, den Roman aus der Warteschlange auf dem Kindle zu erlösen.
Wenn ich mir die Amazon-Rezensionen so ansehe, erwartet mich ein unblutiger Gänsehaut-Psychothriller.

Bis morgen!

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Von Schildkröten und Hasen

In meinem Büro hängt eine Postkarte mit einem Schildkrötenmotiv drauf und dem (angeblich chinesischen) Sprichwort „Schildkröten sehen mehr vom Weg als Hasen“.

Ich kenne Schildkröten und besitze sogar zwei, und ich kenne Hasen. Daher kann ich bestätigen, dass dieses Sprichwort im Grunde seines Herzens vermutlich sehr wahr ist. Wobei: Ein Hase läuft in wesentlich kürzerer Zeit viel schneller und weiter als eine Schildkröte, insofern sieht er insgesamt mehr Wegstrecke und Landschaft, aber vermutlich weniger Details. Eine Schildkröte jedoch bleibt mal hier, mal dort stehen und guckt sich alles auf ihrer kürzeren Wegstrecke viel genauer an. Sie schnuppert an einzelnen Blüten, Kräutern, Steinen und anderem Gedöns, bleibt wieder stehen, geht drei Schritte, dreht eine Runde, frisst, schnuppert, guckt, sonnt sich mal, döst. Gemütlich eben. Wobei Sie vielleicht staunen würden, wie schnell eine Schildkröte laufen kann, wenn ihr danach ist.

Selbstverständlich bezieht sich das Sprichwort nicht nur auf Schildkröten und Hasen, das wäre ja viel zu simpel und dann eben auch kein Sprichwort mehr, sondern eine Feststellung, wenn es denn wirklich wahr ist, aber dabei ist die Wissenschaft gefragt und nicht ich.

Warum erzähle ich Ihnen nun all diesen Kram? Es geht ja um Menschen. Ich zum Beispiel war früher mehr ein Hase eine Häsin als eine Schildkröte. Früher, also sagen wir mal … vor ungefähr zehn bis fünfzehn Jahren, da hätte ich unter anderem einen NaNoWriMo, einen National Novel Writing Month, wahrscheinlich locker aus dem Ärmel geschüttelt. 50.000 Wörter in 30 Tagen? Kein Thema! Hold my Beer! 🙂

Inzwischen hat sich das geändert. Ich bin zur Schildkröte mutiert mit gelegentlichen Häsinnen-Hochphasen. Dennoch oder gerade deswegen fange ich Projekte wie den NaNoWriMo gar nicht erst an. Meine kurzfristigen Ziele sind im Laufe der Jahre immer kleiner geworden. Das fängt schon bei den Tageszielen an. Ich habe gelernt, mit Leistungskrisen und Schreibflauten, mit Antriebslosigkeit und gelegentlicher Verzweiflung zu leben, hier und da von vorne anzufangen und Dinge einfach liegen zu lassen, weil ich weiß, dass ich sie in der Kürze der Zeit, in der ich sie früher erledigen konnte, nicht mehr schaffe. Ich verzichte darauf, Sie mit Details zu langweilen, aber wenn man im Leben so oft hingefallen und wieder aufgestanden ist, kennt man sich selbst irgendwann ganz gut. Man kann halbwegs einschätzen, was man in welcher Zeit leisten kann und was nicht. Fehldiagnosen nicht ausgeschlossen, aber es ist so, wie es ist, und ein Drama ist es nicht. Schade schon. Aber kein Grund für einen persönlichen Weltuntergang oder für ein ständiges Denken an ein Damals. Damals ist vorbei.

Nichtdestotrotz probiere ich gerade beim Schreiben schon mal die eine oder andere empfohlene Methode aus. So startete ich vor einigen Wochen den Versuch, in so kurzer Zeit wie möglich so viel wie möglich zu schreiben. Ein Tipp, den viele Autor*innen befolgen und damit gute Ergebnisse erzielen. Bei mir ist dieses Experiment erfolgreich gescheitert. Es ist ein Chaos entstanden, dagegen gleicht der Zustand unter Hempels Sofa einer aufgeräumten Garage. Immer wieder blieb ich hier und dort hängen, stellte fest, dass etwas Wichtiges vergessen wurde, tippte dennoch tapfer weiter, fügte Anmerkungen ein für „später“, in meiner Datei befanden sich ganze Kapitel doppelt … nein. Diese Methode habe ich für mich vorläufig abgehakt und begleite nun die Figuren meines neuen Romans wieder Schritt für Schritt, auch wenn es dann bis zur Fertigstellung und Veröffentlichung länger dauert.

Unter anderem hatte ich mir irgendwann im Laufe des Jahres vorgenommen, den neuen Roman noch vor Weihnachten zu veröffentlichen. Der unerwartete und für mich wirklich riesige Erfolg von „Ein Herz aus Marmelade“ versetzte mich allerdings von April bis zum Sommer mehr oder weniger in eine fassungslose Schockstarre – im positiven Sinne natürlich. Klar, im Hinterkopf war er immer da, der Gedanke, endlich mit dem neuen Projekt anzufangen. Gerade als Selfpublisher*in soll man ja „schnell nachlegen“, um nicht gleich wieder vergessen zu werden. Man soll auch noch so vieles andere tun. Bei Facebook sein, zum Beispiel. Instagram nicht zu vergessen. Ganz oft bloggen. Newsletter verschicken. Vielleicht noch ein Video veröffentlichen, dann und wann.

Ich bin nur bei Twitter und halte mehrmals im Jahr Lesungen vor realem Publikum, das ich angucken kann und das zurückguckt. Mit anderen Autor*innen gemeinsam oder auch alleine, so wie in der vergangenen Woche. Eine Lesung am Dienstag, eine am Freitag, danach war ich durch. Es waren zwei schöne Erfahrungen, sehr schöne sogar, aber auch anstrengende.

Ab dem 1. Dezember möchte ich so oft wie möglich, vielleicht sogar täglich, das erste Mal an einer Challenge teilnehmen, und zwar an der #SelfPubChallenge. Ins Leben gerufen wurde die Challenge von der Schweizer Fantasy-Autorin Evelyne Aschwanden. Einen ganzen Monat lang werden Autor*innen Bücher von Selfpublisher*innen lesen, diese besprechen und darauf aufmerksam machen. Eine großartige Sache, finden Sie nicht auch?

Seien Sie genau so gespannt wie ich. Auf die gesamte Challenge und darauf, ob, wie oft und was ich dazu beitragen kann.

Morgen geht es schon los mit der #SelfPubChallenge. Mein erster Beitrag sollte eigentlich längst vorbereitet sein, ist er aber nicht.

Macht nichts. Ich bin eine gemütliche Schildkröte.

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Große Freude überall ;)

Da veranstalte ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Gewinnspiel mit drei gleichwertigen Preisen, und nun gibt es vier Glückliche.

Die ersten drei sind diejenigen, die gewonnen haben. Logisch, oder? Aber wer ist die vierte Person? Und nein, es gab wirklich keinen vierten Preis, auch nicht nachträglich reingeschummelt.

Folgendes ist passiert: Die Beteiligung war … nun, sagen wir es mal so … mager. Alle drei TeilnehmerInnen haben die richtige Lösung gewusst und alle haben gewonnen. Ja, Sie haben ganz richtig gelesen. Es waren drei! Drei, die mitgemacht und sich nach meiner Benachrichtigungsmail zurückgemeldet haben, dass sie sich riesig freuen. Ich finde das unglaublich schön, denn das wirklich Tolle daran ist, dass niemand leer ausgehen musste. Es ist nichts Angenehmes daran, Menschen zu enttäuschen.

Vielleicht wäre jemand anders, der ein Gewinnspiel ins Netz geschickt und „nur“ drei Mails bekommen hätte, frustriert gewesen. Mir und den glücklichen GewinnerInnen jedenfalls hätte gar nichts Besseres passieren können. Und deswegen bin ich die Vierte im Bunde, die happy ist.

Weniger ist halt manchmal mehr, manchmal sogar viel mehr. Mehr Glück, mehr Freude, mehr Zufriedenheit.

Haben Sie eine schöne Restwoche.

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